Rückblick New Monastic Roundtable 2026
Ende August 2026 fand in Vaumarcus der diesjährige internationale Roundtable statt. Reinhold Scharnowski, der am Event auch übersetzte, hat für die christliche Plattform Livenet einen Artikel über den Anlass geschrieben:
Neue monastische Gemeinschaften – die Szene lebt
Nach klösterlichen Regeln zusammenleben ist «In». Der siebte europäische «New Monastic Round Table» NMRT brachte fast 100 Teilnehmer zu Austausch, Information und Motivation an den Neuenburgersee.
Wer denkt, Mönche und Klöster sind ein Teil der Vergangenheit, irrt. Ständig entstehen in Europa neue monastische Gemeinschaften. Vom 21. bis zum 23. August trafen sich zum siebten Mal rund 90 Männer, Frauen, Jugendliche, Familien und Kinder zum «Runden Tisch» in Vaumarcus NE. «Mitten im Quartier – anwesend oder verwurzelt?» war das diesjährige Thema.
Die junge Publizistin Lakshmi Piette Walker hat als Forscherin Dutzende neumonastische Gemeinschaften in Grossbritannien besucht; sie zeigte auf, wie verschieden diese neuen Lebensgemeinschaften ausgestaltet sind und klassifizierte die Szene in acht Kategorien. Als packendes Beispiel aus Deutschland stellte sich dann die Gemeinschaft Polylux in Datzenberg (Neubrandenburg) vor, wo sich eine Gemeinschaft von Familien entschloss, in ein tristes und riesiges Plattenbauquartier zu ziehen und sie vom Evangelium her mit Leben und Freude zu füllen.
Connect – catalyze - cultivate
Es waren Mitglieder aus 23 Gemeinschaften aus 6 Ländern, die dieses Jahr zwei Tage von Austausch und Inspiration zusammen verbrachten – von jungen Familien mit kleinen Kindern bis zu Mönchen und Nonnen in Tracht. Auffallend waren die vielen jugendlichen Teilnehmer: eine zweite Generation nach den «Gründervätern» des Round Table ist aktiv in die Mitgestaltung eingestiegen. Ausser dem jährlichen «Round Table» besucht man sich gegenseitig, kultiviert Beziehungen und inspiriert einander. Die ganze Bewegung ist eng mit 24/7 Prayer verbunden – der weltweiten Gebetsbewegung, die ihrerseits sehr viele Wohngemeinschaften hervorgebracht hat.
Neues Leben in alten Mauern
Ein Trend in Europa: Alte Klöster, seit Jahrhunderten von Mönchen oder Schwestern bewohnt, stehen leer, weil kein Nachwuchs mehr da ist. Heute werden sie von neuen Gemeinschaften übernommen, die mitten im 21. Jahrhundert die monastische Tradition weiterführen – so etwa im Stadtkloster «Neues Zion» in den Niederlanden oder auch in der Gemeinschaft «erfahrbar», wo eine christliche Mehrgenerationen-Wohngemeinschaft das ehrwürdige Kloster Fahr an der Limmat ergänzt.
Monastisch leben: was ist das Besondere?
Im Gespräch erklärte Marius Frey, einer der Gründer des NMRT, was das Besondere an den monastischen Lebensgemeinschaften ist – etwa im Unterschied zu «normalen» christlichen Wohngemeinschaften (zu denen enge freundschaftliche Beziehungen bestehen). «Wir leben in einem bestimmten geistlichen Rhythmus nach einem liturgischen Kalender. Alle monastischen Lebensgemeinschaften beten regelmässig zusammen, viele nach der benediktinischen Regel. Dazu kommen bestimmte geistliche Übungen wie Fasten. Dazu sind wir eine Lern-Gemeinschaft – wir leben als Jünger zusammen, und das Zusammenwohnen formt und schleift uns. Wir haben Ämter und Rollen, aber keine Hierarchie. Aber jeder, der zu einer monastischen Gemeinschaft gehören will, verpflichtet sich dazu, nach ihren Grundsätzen zu leben. Und schliesslich möchten wir in dem Umfeld, in dem wir leben, prägend wirken. Wir leben bewusst in unseren Berufen als Ausdruck des missionalen Lebensstils. So versuchen wir, `Ora et Labora` heute umzusetzen.» Sein Fazit: «Wir ehren und knüpfen bewusst an altkirchliche Traditionen an. Sie inspirieren uns. Die monastischen Bewegungen sind der Teil der Kirche, die bis heute am stärksten Werte und Praktiken der Alten Kirche bewahrt haben».
Der Artikel wurde für die Plattform Livenet verfasst. Da der Artikel aktuell aus technischen Gründen dort nicht zu erreichen ist, dürfen wir hier mit Erlaubnis des Autors Reinhold Scharnowski hier teilen.



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